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Insektenstiche behandeln und vorbeugen

Insektenstiche behandeln und vorbeugen

Insektengiftallergien sind besonders gefährlich. Zum Glück treten sie insgesamt doch deutlich seltener auf, als zum Beispiel eine Allergie gegen Hausstaub, Tierhaare oder Pollen. Die Gefährlichkeit der Insektengiftallergien begründet sich dadurch, dass die allergische Reaktion so stark sein kann, dass diese in einem lebensbedrohlichen Schock, dem sogenannten anaphylaktischen Schock, endet. Insgesamt wird geschätzt, dass mehr als 3 Millionen Deutsche allergisch auf Insektengifte reagieren.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen auf, welche Notfallmaßnahmen Sie bei einem Stich durch eine Biene oder Wespe vornehmen müssen. Außerdem gehen wir darauf ein, wie Sie sich besser vor Insektenstichen schützen können.

Im Sommer sind die meisten Insekten unterwegs

Bienen, Wespen und ähnliche Insekten gehören zu den Tieren, die im Sommer besonders aktiv sind. Dies ist dem großen Nahrungsangebot geschuldet. Während Wespen im Winter sogar sterben (nur die Königin überlebt) bilden Bienen in der Regel die sogenannte Wintertraube, in der sie überwintern.

Was passiert bei einem Insektenstich?

Während bei einem Menschen, der nicht unter einer Insektenallergie leidet, nach einem Stich lediglich eine Rötung der Haut und eventuell eine kleine Quaddel auftritt, so laufen die allergischen Reaktionen bei einem Menschen, der auf Insektengift allergisch ist, deutlich heftiger ab.

Bereits nach wenigen Minuten erkennt man starke Schwellungen rund um den Einstich, nicht selten schwellen auch der Hals oder das Gesicht an. Eine Atemnot (Luftnot), die Bildung von kaltem Schweiß, Hitzewallungen, Schwäche, ein Jucken und Brennen im Rachen, sowie ein merkwürdiger metallischer Geschmack im Mund sind starke Anzeichen für einen anaphylaktischen Schock.

WICHTIG – Im Notfall richtig handeln

Wir haben mit einem Experten von Tierabwehr.net gesprochen, welche Notfallmaßnahmen bei dem Stich einer Wespe oder Biene einzuhalten sind.

Sollten Sie anhand der zuvor genannten Symptome der Meinung sein, dass die gestochene Person, insbesondere ein Kind, allergisch auf den Stich reagiert, so zögern Sie nicht und rufen Sie umgehend den Notarzt oder Rettungswagen. Hier geht es häufig um Minuten, nicht selten führt ein anaphylaktischer Schock zum Tod.

Auch bei einem Stich in den Hals oder in den Mund- und Rachenraum rufen Sie sofort den Notarzt. Dies gilt auch, wenn der Patient von außen in den Hals gestochen wurde.

In Deutschland ist die Notfallrufnummer die Nummer: 112

Diese Nummer ist von jedem Telefon und auch von einem Handy aus kostenlos zu erreichen.

Erstmaßnahmen

Versuchen Sie, so viele der folgenden Erstmaßnahmen wie möglich durchzuführen.

– Klären Sie, ob jemand ein Notfallset mit sich führt. Dies kann der betroffenen Person als erste Gegenmaßnahme gespritzt werden. Übrigens: als Allergiker kann Ihr Arzt Ihnen ein solches Set verschreiben.

– Klären Sie außerdem, ob eine anwesende Person unter Umständen ein Allergiemittel (Antihistaminika) mit sich führt. Diese Mittel sind eine erste wirksame Hilfe bei einem Allergieschock.

– Versuchen Sie, die Einstichstelle zu kühlen. Kühlung lindert die Schwellung, was insbesondere bei einem Stich im Mund-, Hals-, oder Rachenraum notwendig ist.

– Es hat sich herausgestellt, dass es sinnvoll ist, den Stachel umgehend aus der Einstichstelle herauszuziehen. Zur Not kann man versuchen, ihn durch Saugen mit dem Mund heraus zu bekommen.

Insektenstiche vorbeugen

In Deutschland geht hauptsächlich von der Honigbiene und der Wespe eine große Gefahr aus, gestochen zu werden. Die Hornissen und die Hummel trifft man recht selten an und die Hummel sticht in der Regel auch nicht so schnell, wie eine Wespe oder Biene.

Folgende Maßnahmen helfen, sich vor einem entsprechenden Stich zu schützen:

–  Gehen Sie den Tieren nach Möglichkeit aus dem Weg. Vermeiden Sie die Nähe von Abfalleimern, insbesondere in der Nähe von Kiosken/Trinkhallen und Imbissen. Hier finden sich recht häufig Essensreste in den offenen Mülleimern und es werden Dutzende Wespen durch diese Lebensmittel angelockt.

–  Tragen Sie Kleidung, die Arme und Beine vollständig bedeckt. Die Kleidung sollte ausreichend dick sein, damit Insekten nicht hindurch stechen können.

–  Reizen Sie die Tiere nicht. Erklären Sie dies auch ihren Kindern. Nach den Tieren zu schlagen, in der Luft herum zu wedeln, wegzulaufen oder die Tiere anzupusten, kann dazu führen, dass sich die Tiere bedroht fühlen und zustechen.

–  Lassen Sie keine Lebensmittel offen herumliegen. Insbesondere Süßigkeiten, Kuchen und Eis locken die Insekten an. Als Allergiker sollten Sie im Freien weder essen noch trinken.

–  Vermeiden Sie alles, was süß riecht. Damit sind nicht nur Deo, Parfüm oder Aftershave gemeint, denn häufig lockt auch ein süßliches Waschmittel oder der verwendete Weichspüler die Insekten an.

–  Für Ihr Haus oder die Wohnung schaffen sie sich nach Möglichkeit Fliegengitter/Fliegennetze für Fenster und Türen an. Diese halten nicht nur Bienen und Wespen, sondern auch Motten, Spinnen und anderes Ungeziefer aus der Wohnung.

Allergiker können sich hyposensibilisieren

Steht eine Allergie gegen Bienen- oder Wespenstiche nachweislich fest, so kann über eine Hyposensibilisierung nachgedacht werden. Hierbei wird das Insektengift, anfangs in sehr kleiner Dosis, über einen längeren Zeitraum gespritzt. Dabei wird die Dosis nach und nach gesteigert. Der Körper des Patienten gewöhnt sich so an das Gift und reagiert nicht mehr allergisch.

Eine solche Hyposensibilisierung ist nicht nur für Leute, die aufgrund ihres Berufes häufig mit Insekten in Berührung kommen (Förster, Gärtner, Bäckereiverkäufer, etc.) sinnvoll, sondern auch für Kinder, bei denen eine Insektenallergie festgestellt wurde. Denn gerade Kinder sind häufig draußen alleine unterwegs und die Gefahr, dass nicht rechtzeitig geholfen werden kann, ist groß.


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